Sonntag, 25. Januar 2009
Beirat Bäder empfiehlt dem Rat die Schließung des FAB
Hier nach den Presseberichten von Freitag/Samstag nun der Originaltext von Hubert Sieweke, Vorsitzender des Beirates der Bäder Schwerte GmbH, gefunden auf der Webseite seiner Fraktion, der SCD:
Beirat Bäder empfiehlt dem Rat die Schließung des FAB
Frühestmöglicher Zeitpunkt 21 Januar 2009
Der Beirat der Bäder Schwerte GmbH hat nach Angaben seines Vorsitzenden, Hubert Sieweke, in seiner gestrigen Sitzung nach leidenschaftlicher und sachorientierter Debatte beschlossen, dem Rat der Stadt Schwerte zu empfehlen, das Freizeit-und Allwetterbad zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu schließen. Die Entscheidung erfolgte einstimmig.
Der Rat der Stadt Schwerte wird nun in seiner Sitzung am 18. Februar 2009 die endgültige Entscheidung über die Nutzung oder Schließung des FAB zu treffen haben. Nachdem sich der Beirat im Oktober 2009 nochmal dafür eingesetzt hatte, die Zahlen und Zukunftsperspektiven des Freizeitbades zu analysieren und die Belastungen der Stadt Schwerte, die durch die jährlichen Verluste entstehen, auf betriebswirtschaftlicher Basis zu begründen, waren schließlich die nicht eingetretenen Perspektiven ausschlaggebend für den Beschluss.
Die erhofften Zuwächse bei den Besucherzahlen sind ausgeblieben, die Mehrerlöse, die man sich auch durch das Aquafitness erhofft hatte, waren nachher rückläufig und die Einsparungen im Bereich Personal und Gastronomie konnten nicht nennenswert umgesetzt werden. Die Erlöse sind in den letzten vier Monaten stark rückläufig gewesen und eine Trendwende ist nicht in Sicht.
Die voraussichtlichen Verluste werden die Planzahlen überschreiten. Nachdem bereits zu Anfang der Sitzung kritisiert wurde, dass dem Lenkungsausschuss zur Haushaltssicherung noch am Montag ein vorläufiges Gutachten von PWC vorgetragen worden ist, dem Beirat diese Zahlen für seine Empfehlung allerdings nicht vorlagen, kam man trotzdem überein, auf eine weitere Diskussion mit den Wirtschaftsprüfer zu verzichten, da auch von dort die Empfehlung zur Schließung gegeben worden ist.
Da aus der nichtöffentlichen Sitzung des Lenkungsausschusses Zahlen und Annahmen weitergegeben wurden, die falsche Schlüsse zulassen, hat der Beirat ausdrücklich beschlossen, diese seine klarstellende Empfehlung öffentlich deutlich zu machen, um die unheilvolle Debatte des Für und Wider zu beenden. Es ist dem Beirat allerdings auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass auch bei Schließung des Freizeit-und Allwetterbades weiterhin Kosten wie fehlende Pachteinnahmen für die Zins-und Tilgungsleistungen – die bekanntlich noch lange weiterlaufen werden – zusätzliche Personalkosten durch die Mitarbeiter mit Rückkehroptionen zur Stadt Schwerte, sowie fehlende Synergie Effekte im Stadtbad, entstehen werden.
Auch werden die Stadtwerke Schwerte auf Gewinne aus Energielieferungen an einen Großabnehmer verzichten müssen. Sollte der Rat der Empfehlung des Beirates folgen, wäre auf lange Sicht gesehen eine wichtige Haushaltssicherungsmaßnahme umgesetzt.
Hubert Sieweke
Vorsitzender des Beirates der Bäder Schwerte GmbH
Ende Originaltext
Ruine vom Gartenbad Westhofen: geschlossen fürs Bäderkonzept.
Samstag, 24. Januar 2009
Schwerte: Stadtbad für alle!
Wo kann man in Schwerte schwimmen, ohne gleich Vereinsmitglied zu werden? Zur Zeit noch im FAB, das kurz vor der Schließung steht. Danach bleibt das immer noch bestehende Stadtbad mit 5 x 25 Meter Sportbecken, separatem Sprung- und Lehrschwimmerbereich.

Aber: “wie die WR erfuhr, stoßen solche Pläne bereits auf Widerstand. Schulen und Vereine benötigen so viele Stunden, dass sich ein Ausweiten der öffentlichen Schwimmzeiten [im Stadtbad an der Bethunestraße] wohl kaum machen lässt.”
“Die Verwaltung hat eine Vorlage erarbeitet, in der Für und Wider zur Sprache kommen. Das zuständige Ratsgremium, der Ausschuss für Schule und Sport, wird sich in seiner Sitzung am 5. Februar um 17 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses mit dem Thema eingehend befassen.” (WR vom 23.1.)
Es wird Zeit für mehr öffentliche Schwimmzeiten. Auf die Belange der Vereine sollte keine allzu große Rücksicht genommen werden. Sie beteiligen sich überhaupt nicht oder sehr gering an den horrenden Kosten des Stadtbad-Unterhaltes.
Ende der 80er waren die Stadtbadkosten von ~ 500.000 DM pro Jahr ein wichtiges Argument fürs Spaßbad-Bäderkonzept, somit Schließung der 4 alten Bäder Freibäd Schützenhof, Elsebad und Gartenbad Westhofen und Stadtbad. Die Vereine haben das mehr oder weniger abgenickt, freilich auch um ihre kostenlose Nutzung beizubehalten. Das Stadtbad konnte nicht sofort geschlossen werden, da 25 Jahre Öffnungspflicht wegen Millionenzuschüssen vom Land. Und kurz vorm Fristablauf musste die Technik nochmal aufwendig renoviert werden um eine technisch bedingte Schließung und damit Millionenrückzahlung abzuwenden.
Da ist es nur recht und billig, wenn steuerzahlende Nicht-Vereinsschwimmer an mindestens der Hälfte normaler Öffnungszeiten ein Schwimmticket lösen können, und die Vereine vielleicht Montag komplett und Donnerstag bis Freitag in den Nachmittagstunden 2 Bahnen für ihre Aktivitäten erhalten.
Am besten allen Vereinen kündigen und Vereinsnutzung komplett neu ausschreiben. Zu marktgerechten Preisen. Die besten Zeiten teurer. Ist zwar unpopulär aber:
In Zeiten wie diesen müssen wir halt alle etwas enger zusammenrücken.
Donnerstag, 22. Januar 2009
Endlich mal wieder gute Nachrichten: “Dem FAB droht der Untergang“, so die Westfälische Rundschau (WR) heute in ihrer Onlineversion. “Die Aussichten auf eine mögliche Rettung tendieren gegen Null. Nach der wiederholten Forderung von Bürgermeister Böckelühr, das Bad zu schließen, und den Gutachtern, die seine Position unterstreichen, hat nun der Bäder-Beirat das Aus empfohlen.“
Sanierungsbemühungen des jetzigen Badmanagers und die, wie immer beim Spaßbad, widrigen Umstände: da gibt es nur wenig, was einen Weiterbetrieb rechtfertigt.
Und Bäder-GmbH-Beirats-Chef Hubert Sieweke (SCD) legt konkrete Zahlen vor. Stolze 1.300.000 Euro Miese produzierte 2008 das Überbleibsel der SPD/CDU-Bürgerbeglückung “Neues Bäderkonzept” aus den späten 80ern (2007: 1.400.000 Euro Verlust, Spareffekt durch neue Aquafitkurse/Gastro-Cut in 2008 so mit ~ 100.000 EUR minimal.) Zahlen laut WR-Bericht.Attraktiver wird das immer gammligere Bad auch nicht: die Besucherzahlen sind rückläufig.
1,3 Millionen jedes Jahr Verlust: Ganz schön viel Geld für eine arme Stadt, die unterm Nothaushalt jeden Cent 8-mal umdrehen und Leistungen streichen muß.
Keine Rettung fürs Spaßbad: WSV Hennen-Blogleser wussten es schon im August. Nun hebt der Schwerter Rat das FAB auf die Tagesordnung und zwar in seiner Sitzung am 18. Februar. Yes, finally we can close it! Vielleicht ein historischer Moment, vielleicht aber auch nicht…
(Fortsetzung folgt!)
“Hallo lieber Anrufer, hier ist das Winterdienst-Telefon der Stadt Schwerte.
Heute fällt unser Winterdienst wegen Geldmangel leider aus.
Bitte besuchen Sie doch noch unser schönes Spaßbad Schwerte.
Auf Wiederhörn und Gute Fahrt! —KLICK—”
Mittwoch, 21. Januar 2009
Was jeder mit einem Taschenrechner und 30 Minuten Zeit selbst rausfinden kann, gibt es nun erneut und offiziell begutachtet: “Keine Zukunft für das Allwetterbad”. Dies hat die Westfälische Rundschau erfahren. PriceWaterhouseCoopers (PWC) untersuchte angeblich die Zukunft des FAB.
Auch der irre Wahnsinnsplan “Hotel am Spaßbad” taucht im Gutachten auf, und zwar mit Grundstückserlösen von 1,5 Mio Euro. Freilich haben bisherige Vermarktungsversuche noch keine Ergebnisse gebracht. Eher Absagen von potentiellen Hotelbetreibern (siehe Beitrag aus August 2007).
3 Szenarien soll PWC wie folgt durchgerechnet haben:
1. Variante: FAB wird endlich abgewrackt, die Stadt steckt 1,1 Millionen Euro innerhalb vier Jahren als Verlust weg. Damit ist es ein Schlußstrich fürs völlig vergeigte Bäderkonzept 1988, das seitdem runde 30 Mio. Euro Wohlstandsverlust für Schwertes Bürger und Nothaushalt brachte.
2. Variante. Weiterstümpern wie bisher, Eigenbetrieb durch die Stadt. Freilich mit weiterhin dicken Renovierungs-, Betriebs- und Personalkosten.
3. Variante: Fortsetzung des Badmanagements durch Xaver Majewski. Wolkige PWC-Prognose laut Zeitungsbericht: “Sollte (die Verlustverringerung) gelingen, würde während der Phase der Haushaltssicherung unter dem Strich ein Plus von 1,5 Millionen und in den Jahren 2014 bis 2021 sogar von 2,4 Millionen Euro entstehen.” Wer es glaubt …
Wie lange braucht die Politik, der Stadtrat, eigentlich noch. bis sie es mal gecheckt hat: das alte Bäderkonzept war der Flop des Jahrzehnts, jetzt seid zur Abwechslung mal kompetent und verantwortungsvoll und macht dem 30-Millionen-Euro-Skandal FAB-Schwerte ein Ende.
Samstag, 10. Januar 2009
Weiter gehts im Millionenbetrug Spaßbad Schwerte — endlose Ermittlungen, warum wieso Badmanger Joachim Crefeld bestbezahlter Koch von Schwerte und Umgebung wurde — jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Hagen wieder, nachdem sie das Verfahren erst im September zu den Akten legte. Da blieb es nicht lang. Eine Beschwerde der SCD-Fraktion brachte den Stein wieder ins Rollen. Wir wünschen gutes Gelingen und allen Beteiligten ein paar Jahre verschärften Kerker.
Mittwoch, 17. September 2008
Bäder und Politik: Blick nach Leimen
Die linke Zeitung “Junge Welt” schreibt: “Wieder baden gegangen
Rudolf Scharping kann es nicht lassen: Mit Public Private Partnership stehen Bäder der Stadt Leimen vor der Pleite. Expolitiker als Berater und Investor beteiligt.
Bei PPP übernehmen private Investoren für Schulen, Gefängnisse, Bäder und Rathäuser nicht nur den Bau oder die Sanierung, sondern auch die Kreditaufnahme und den langfristigen Betrieb. Dafür zeichnen die Oberbürgermeister und Kämmerer Mietverträge, die 20 bis 30 Jahre laufen. Den Kommunen wird langfristige Planungssicherheit versprochen und daß es sowieso billiger und besser wird, als wenn sie alles selbst machen.”
Link
Sonntag, 24. August 2008
WR Schwerte schreibt:
Die angekündigte Schließung des Freizeit-Allwetterbades scheint nicht der Aufreger zu sein: Nur eine einzige Bürgerin aus Dortmund äußerte bei der Openair-Sprechstunde des Bürgermeisters ihren Unmut.
Was Schwerter halt so umtreibt, sind eben echte Probleme: zerhackte Straßen und junge Birken gleich daneben — wenn die aus den Gullis wuchern!
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