Schwerte-Blog: Das Weblog von Schwertern für Schwerter

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Sa
6
Jan '07

10 Jahre ist es gez schon her…. Die MuseumsStraßenbahn in Schwerte

In Dortmund hat dat ganze mit dat sammeln von olle Straßenbahn 1992 am Beginnen gefangen. So is ja früher auch die Elektrische 20 von Hörde nach Schwerte gerumpelt, bis dat der Bus die gute alte Tram abgelöst hat. Omma Kowalzek erzählt die Storris vonne gute alte Zeit ja auch heute noch gerne im Seniorentreff vonne AWO.

Vonne alte Hörder Kreisbahn, die damals nach Schwerte gefahren ist, ist heute nix mehr übrig. Nur dat alte Depot in Hörde gibts noch. Von die Museumsstraßenbahn, die von 1996 bis 2000 einen Teil von dat ehemalige EAW bereichert hat, ist auch in Schwerte noch wat zu sehn: Reste von die verschrotteten Museumsstücke…

Herr Kasperski, wieso wurden die Museumsbahnen denn überhaupt verschrottet?- Brauchte Schwerte keine Attraktion?-
Ja nee, also dat ganze war so. In Dortmund wollte man aus dem ältesten Straßenbahnbetriebshof vonne Stadt, der auch als Denkmal in die Liste eingetragen ist, kein Straßenbahnmuseum machen und auch nicht zulassen, dat andere sowat am machen fangen. Getreu dem Motto, wat 100 Jahre lang den gleichen Zweck gehabt hat und darum zum Denkmal wurde, muss verändert werden, damit die Kohle aus der Stadtkasse bloß gut am verballern gefangen wird…
Somit ist dann eigentlich zwangsläufig der erste Straßenbahnzug nach Schwerte gekommen,- dat war nach 40 Jahren wieder de erste Straßenbahn in Schwerte. Später kamen noch drei weitere Bahnen in den Schwerter Güterbahnhof zur Mainschen Feldbahn.
Dort mußten die Bahnen draußen im freien am stehen bleiben und nicht nur dat Wetter sondern auch die Chaoten, die et schaffen, Scheiben zu zerdeppern haben anne Bahnen ihr Unwesen am treiben gefangen.
Dat Geld für eine ordentliche Halle war nicht da und dat et keine großen öffentlichen Zuschüsse für neue technische Museen gibt, dat war auch dem Verein schon vorher klar, schließlich happta ja seit die 70ér Jahre nicht kapiert, dat SPD und CDU Gift für de deutsche Politik is und die immer wieder fleißig am wählen gefangen.
Im EAW gab dat dann die olle Dampflokanheizhalle, die früha für dat Anheizen von die schwatten Stinkmonster gebraucht wurde und seit die 80ér als Müllhalde für die Leute gebraucht wurde, die die Kohle für die ordentliche Müllentsorgung sparen wollten.

Ich kann Euch sagen, dat hat et ausgesehen, der schwatten Helma is fast dat Essen aus´m Gesicht gefallen und de Dritten wärn dann auch mit raus, sach ich Euch.
Wenn Ihr dat sehen wollt, also nich dat Essen und de Zähne vonne Helma, sondern dat Gelände, dann könnt Ihr dat auf die Webseite sehen oder Ihr lartscht direkt zu dem Grundstück, denn inzwischen sieht es da fast genauso aus, wie vor 10 Jahren. Wat vonne Straßenbahn is auch noch da…

Na gut Herr Kasperski, aber das kann doch nicht der Grund dafür sein, dass es diese Museumsbahn nicht mehr gibt – oder?-

Nee, da hamse Recht. Den ganzen Müll und Dreck ham zwei 13 Jährige Junx zusammen mit dem Vereinsgründer und zwei andere Leute weg gemacht, weil sonst die Bahnen ja nicht in die Halle reingepasst hätten. Am Anfang fand de Ulla von Schwerte, also nich die vonne SPD mit keine Ahnung vonne Gesundheit, sondern die alte Bürgermeisterin, dat mit der Idee von dat Straßenbahnmuseum total gut. Ein lebendiges Museum mit kleinen Familienpark mit dat Konzept, dat der Besucher zugucken kann, wie dat ganze am entstehen fängt super gut.
Der Verein hat schnell die ollen Eisenbahngleise für die Straßenbahn umgebaut und weil die Batteriefirma Hoppecke dat ganze auch gut fand, hatse Batterien gesponsert, für dat die Bahnen die Leute durch de Gegend kutschieren konnte. Erst war´n et nur so 150 Meter, zum Schluss sogar fast ein ganzer Kilometer! Allet in Handarbeit verlecht und angepasst, so wie auf eine Modellbahnplatte.

Irgendwann hat Rechtsanwalt Perplies ein Auge auf dat Grundstück geworfen. Mit einem Kredit für die Erschließungskosten für sein schon ersteigertes Gelände im EAW konnte er die Stadt am locken fangen und wat so noch an Vitaminspritzen für den Stadtrat geflossen ist, dat kann ich ja auch nur vermuten. “Gez gibt´s neue Hallen und viele neue Arbeitsplätze” stand in die Zeitung und dann (w)sollte dat Amt für öffentliche Unordnung auf einmal die Museumsbahn den Saft abdrehen.
Auflagen über Auflagen gab et… Also die Anheizhalle war früher eine Reparatur und Wartungshalle für schienengebundene Fahrzeuge. Die Straßenbahn is ja auch so anne Schienen gebunden, aber früher hat die Bude dem Staat gehört und gez einem Privatverein,- also muss ein Bauantrag her. Änderung vonne Nutzung und so.

Woher dat Geld dafür, war natürlich nich Sache der Stadtverwaltung. Auffe letzte Minute kam der Bauantrach in die Baubehörde. Dat Ding kannze auch aufé Hompätsch am spinksen fangen.

Gez sollte dat Grundstück gekauft werden, sonst gilt der Bauantrach nicht. Dat Gelände wurde aber nicht verkauft, weil et kein genehmigten Bauantrach mit Genehmigung gegeben hat…. Also Beamtenwahn in Rheinkultur anne Ruhr.

Das klingt ja sehr suspekt, Herr Kasperski…strong>

Watt heißt denn hier bitte Suschpeckt???- Also ährlich. Suschpekt war doch, dat die Deutsche Bahn AG 1996 dat Grundstück für die Museumsbahn zur Verfügung gestellt hat und in Aussicht gestellt hat, dat allet für 1/4 Million Mark gekauft werden kann.
1997 wußte man nix mehr davon, denn dat Grundstück gehörte garnicht die Bahn AG, sondern dat Eisenbahnimmobilienvermögen!
Würde ich dat Haus von mein Nachbarn verschachern…. ich kann Dich sagen, dat gäbe Hauhe….

Und wie ging es weiter, Herr Kasperski?-

Neuer Bürgermeister wurde der Bockelühr, der vor der Wahl auch für dat Museum gewesen ist. Schwerte brauchte damals Attraktionen wie dat Elsebad und die olle Hütte anne Schützenstraße. Wie gesacht, dat war vor seine Wahl.
Baudezernet Kluge, der Anfangs vonne Museumsleute nach Gleisnägel und Schienenstücke für seinen Garten gefracht hat und sich die teure Museumszeichnung als Vorlage für seine Spur N Modellbahn unterm Nagel gerissen hat, konnte auf einmal Lügen und die Leute verarschen,- ich sach Euch watt.
Muss mal vorstellen. Im Fernsehn spricht er von eine Gefahr für Leib und Leben vonne Besucher und vonne Mitglieder und später lädt genau dieser Kluge Herbert einen Fanclub zur Versteigerungsparty in die Halle ein. Auf einmal ist keine Gefahr mehr da!
Sogar mit schweren Maschienen zu die Verschrottungsparty war die Halle stabil genuch. Die Fernsehauftritte vom Klugen Herbert und vom Straßenbahnherr gibt´s auf DVD zum Nachgucken.

Und nun, Herr Kasperski?-

Ich fang schon wieder bald am aufregen und will gez bei Trudchen erstmal lecker Gullasch essen gehen. Zwischenzeitlich könnt Ihr Euch die Geschichte ja unter http://www.paradise-ruhr.de/tram-aktuell/smsfoto.htm am spinksen fangen und Bilder angucken. Den Bauantrach, den es nich gibt, gibts da auch zu sehn.
Vieleicht erzähl ich demnächst weiter. Ein Paar Kriminalgeschichten mit und ohne Blut hat dat ja auch da gegeben. Schwerte ist ja grün und lebendich.

Gez hap ich aber Hunga,- wenn Ihr wollt, gehts bald weiter mit die Geschichte!